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Gamaschen oder Bandagen

Gamaschen oder Bandagen – was ist die richtige Wahl?

Frage einmal 10 Reiter nach seiner Meinung zum “Thema Gamaschen oder Bandagen”? Was ist besser? Und die wirst 10 verschiedene Antworten erhalten.

 

Die einen sagen, dass Bandagen besser stützen und auch einen ausreichenden Schlagschutz bieten. Die anderen sagen, dass Bandagen gar nicht schützen und man besser Gamaschen beim Reiten verwenden sollte. Auch Profireiter verwenden sehr häufig Bandagen statt Gamaschen, gerade für die Vorderbeine. Andere machen es aber auch genau anders herum, so beispielsweise Otto Becker, der bei Cento hinten bandagiert und vorne normale Sehnenschoner verwendet. Was ist nun am besten fürs Pferd?

Das Blut abgeschnürt

Neue Studien sagen mittlerweile, dass weder Gamaschen noch Bandagen eine Stützfunktion für das Pferdebein haben. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover aus dem Jahr 2011 hat ergeben, dass vor allem Bandagen zu einer Minderdurchblutung des Pferdebeins sowie einer Kompression der Lymphgefäße führen. Damit sich eine Bandage beim Reiten nicht löst und zur gefährlichen Stolperfalle für Pferd und Reiter wird, muss sie straff gewickelt werden. Das führt jedoch dazu, dass das die Blutzufuhr vom Körper massiv gestört wird.

Beinschutz für das Pferd

Viele Pferdebesitzer fürchten Erkrankungen des Bewegungsapparates mehr als Koliken oder andere Erkrankungen. Auch nach der “Statistik deutscher Tierversicherer” gelten Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates als Hauptursache für Abgang und Tod von Reitpferden. Die Entstehung solcher Erkrankungen, zu denen beispielsweise Entzündungen der Beugesehnen und des Fesselträgerapparates sowie Gleichbeinfrakturen gehören, wird vielfach auf die extreme Hyperextension des Fesselgelenkes sowie das zusätzliche Einwirken weiterer Faktoren wie Ermüdung und das wiederholte Auftreten von Stößen und Traumen zurück geführt. Daher ist es verständlich, dass Pferdebesitzer versuchen die Gliedmaßen ihrer Tiere durch Bandagen und Gamaschen zu schützen und die Gelenke zu stützen. Das Bandagieren sollte aber aufgrund der oben genannten Erkenntnisse eher vermieden werden. Gerade das Anlegen von Bandagen in der Box zur Verhinderung von Verletzungen und dem Anlaufen der Beine ist ein Trugschluss.

 

Gamaschen – stabiler Schutz

Gamaschen bieten auf Grund des Materials (Ledergamaschen, Neoprengamaschen, PVC Gamaschen) einen höheren Schlagschutz als Bandagen aus Wolle oder Fleece. Häufig sind in die Gamasche auch Einlagen aus Gel, Schaumstoff oder Lammfell eingearbeitet, was die Schutz und Komfort erhöht. Gamaschen schützen somit die Beine deines Pferdes gut beim Springen, wo sich das Pferd durch das Anschlagen am Hindernis verletzen kann oder sich in schnellen engen Wendungen selbst tritt. Neben dem stabilen Schutz liegt ein großer Vorteil in der einfachen Handhabung und Gamaschen können sich nicht so schnell mit Feuchtigkeit vollsaugen. Viele neue Modelle bieten sogar eine eingearbeitete Luftzirkulation oder ein Mesh-Gewebe, welches ein Überhitzen am Pferdebein verhindern soll. Ein guter Sitz ist wichtig, damit nichts rutscht und die Gamasche nicht am Bein schauern kann. Aber auch Gamaschen solltest du nicht zu lange am Pferdebein lassen.

 

Gamaschen und Bandagen im Vergleich


Kommentare

Winona Gerste 30. August 2018 um 20:47

Was ist der Unterschied zwischen Gamaschen für Westernpferde und normalen Gamaschen?

Antworten

Lisa 31. August 2018 um 13:43

Hallo Winona! Westernreiter nutzen in der Regel eher Neoprengamaschen, die den Fesselkopf des Pferdes komplett umschließen. Häufig auch eine Kombination aus mit Hufglucken bzw. “Stripes” so wie es hier so schön genannt wird. Dies soll vor allem beim Sliden des Pferd vor Tritten schützen. Auch sehr enge Wendungen oder Stops, so wie es beim Westernreiten vorkommt, haben eine größere Verletzungsgefahr, so dass ein guter Schutz am Pferdebein wichtig ist.

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